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26.07.2017

Thema: Verstehen

Wenn Menschen sich nicht gut verstehen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse und Konflikte.

Unwillen, den anderen Verstehen zu wollen

Das Jahr 1917 war sicher ein solcher Höhepunkt von Missverständnissen. Die Revolution in Russland, als eine der Konsequenzen des großen Krieges, der selbst wieder das Ergebnis von Unverständnis und Egomanie gewesen ist. Keine der Großmächte der damaligen Zeit verstand die Anderen oder hatte auch nur den Willen die Anderen zu verstehen. Während die ganze Welt in Europa tief im großen Krieg vertsrickt war, entstand an seinem östlichen Rand eine neue Bewegung, die das 20. Jahrhundert nachhaltig prägen würde. Doch niemand verstand, was da vor sich ging. 

Wo kein Wille zum Verstehen ist, herrschen Dominanz und Konflikte
Auch hundert Jahre später sind wir weltweit mit derartigen Phänomenen des Unverständnisses konfrontiert. Die Konfliktlinien unserer Zeit laufen exakt entlang der Linie von Unverständnis und dem Unwillen sich zu verstehen. Vele Menschen stehen der Globalisierung, der Digitallisierung, Big Data, Fluchtbewegungen oder dem Klimawandel und all den durch diese komplexen Phänome ausgelösten Auswirkungen mit Unverständnis gegenüber. Sie fühlen sich überfordert und reagieren mit Abwehr und der Suche nach Schutz und Sicherheit in einer vermeintlich besseren Vergangenheit.

Wir können mit Vielfalt leben und verstehen ist der Schlüssel dafür

Die Einsicht, dass es gerade die Vielfalt ist, die uns Menschen ausmacht und das der kooperative Umgang mit ihr in einer offenen Gesellschaft und im Dialog zu flexiblen Kooperationen führt - diese Einsicht setzt sich immer mehr durch. Doch internationale Verpflechtung und Vielfalt werden von vielen als Überforderung erfahren und als Verlust einer vermeitlichen Sicherheit, die früher bestanden habe. Die offene Gesellschaft sieht sich vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt, die sie sowohl von außen angreifen als auch von innen aushöhlen.
Verstehen ist daher ein wesentlicher Bestandteil einer friedlichen Zukunft der Menschheit. Sie bildet nicht nur die notwendigen Brücken, sondern fördert das Potential, das in unserer Vielfalt verborgen liegt. Verstehen und der Wille zum gegenseitigen Verständnis ist der Anfang eines Dialoges, den wir alle führen können - Verstehen selbst ist somit die Voraussetzung für gute Lösungen, es ist aber noch nicht selbst die Lösung. Doch was wir im Großen beobachten müssen, können wir auch bei uns selbst wahrnehmen.

Im Großen wie im Kleinen:

Wenn Menschen miteinander verhandeln oder einfach nur mit einander sprechen, kann man immer wieder beobachten, dass man sich gegenseitig nicht zuhört. Vielmehr wartet jede Seite nur darauf, selbst zu sprechen und seine Argumente zu platzieren. Viele sind davon überzeugt, dass dies der beste Weg ist, um ihren Gesprächspartner zu überzeugen, indem man seine eigene Argumente vorbringt und die Argumente der Gegenseite parriert.
Doch wer nicht genau zuhört, dem entgehen wichtige Argumente, er oder sie agiert auf falschen Annahmen und zerstört ohne irgendeinen Grund die bestehende Beziehung. Daher gelingt es nur den wenigsten in Gesprächen und Verhandlungen das volle Potential zu heben, dass eine echte Kooperation schaffen würde.
Hinzu kommt, dass wer nicht effektiv zuhört, verletzbar ist, falls sein Gegenüber raffinierte Taktiken zu nutzen sucht. Dazu können Drohungen, falsche oder unvollständige Informationen oder die Berufung auf vermeintliche Autoritäten sein. 
Gut zuzuhören und wahrzunehmen ist somit eine Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts. Die offene Gesellschaft braucht Menschen, die vestehen wollen und können. Mediatoren sind besonders darin geschult, das gegenseitige Verstehen zu fördern. Bleiben Sie daher dran und bilden Sie Ihre persönliche Fähigkeit zum Verstehen kontinuierlich fort.

Wir freuen uns auf Sie! Aus- und Forbildung für besseres Verstehen finden Sie hier: www.mab-henschel.de

 

 

Tags: Aktuelles zu Mediation, Ausbildung, Konferenzmanagement, Konfliktlösung für Unternehmen  

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